Andreas Haji-Petrou, CEO der Columbia Group, wies in einer Rede auf die Bedeutung des Schiffsmanagements in der europäischen maritimen Transportindustrie hin und forderte mehr Aufmerksamkeit für diesen lebenswichtigen Sektor. Er betonte, dass das Schiffsmanagement nicht nur eine administrative Aufgabe ist, sondern als operatives System eines Schiffes fungiert und die Verbindung zwischen Eigentümern, Seeleuten, Lieferanten und Regulierungsbehörden herstellt.
Bedarf an Veränderungen im Schiffsmanagement
Haji-Petrou erklärte, dass Europa das Schiffsmanagement anders betrachten sollte. Das Ziel sollte nicht nur die Kostensenkung sein, sondern auf Sicherheit, Intelligenz und Vertrauen basieren. Wenn Europa zulässt, dass die Fähigkeiten im Schiffsmanagement geschwächt werden, besteht die Gefahr, Managementverträge zu verlieren und die Qualität maritimer Berufe sowie das operative Wissen zu verringern.
Aktuelle Herausforderungen und Investitionsbedarf
Die maritime Transportindustrie sieht sich gleichzeitig mit einem Mangel an erfahrenen Offizieren konfrontiert. Die zunehmende Komplexität der Schiffe und die Notwendigkeit, Entscheidungen auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz und strengeren Umweltvorschriften zu treffen, haben das erforderliche Fähigkeitsniveau erhöht. Haji-Petrou betonte, dass es nicht ausreicht, nur neue Personen einzustellen; es muss auch auf die Erhaltung und Entwicklung der Fähigkeiten der Mitarbeiter während ihrer gesamten Karriere geachtet werden.
In diesem Zusammenhang können starke Kommunikation, effektive Führung und Unterstützung der psychischen Gesundheit von Seeleuten zur Verbesserung der Situation beitragen. Zudem besteht die Notwendigkeit, klare Wege vom Meer zum Ufer zu schaffen und sich auf die Ausbildung der neuen Generation von Seeleuten zu konzentrieren.
Entwicklung von Technologie und internationaler Zusammenarbeit
Haji-Petrou betonte die Notwendigkeit einer internationalen Perspektive Europas im Bereich des Schiffsmanagements. Die Stärke dieses Sektors ergibt sich nicht nur aus europäischen Seeleuten, sondern auch aus der Kombination maritimer Expertise Europas mit internationalen Talenten. Zudem sollte der Technologie im Schiffsmanagement besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Technologie ist nur dann wertvoll, wenn sie zur Verbesserung der Entscheidungsfindung beiträgt.
Ein Beispiel wäre die vorausschauende Wartung, deren wahrer Wert im Vertrauen eines leitenden Ingenieurs auf die Warnungen liegt. Vor der Implementierung neuer Technologien sollte geprüft werden, ob dieser Prozess die Sicherheit verbessert, die Arbeitslast verringert oder die Geschäftsergebnisse steigert.
Vorschläge zur Verbesserung der Situation
Die Entwicklung von Technologie sollte unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Seeleute erfolgen. Haji-Petrou verwies auf die Schaffung praktischer Partnerschaften zwischen Schiffsmanagern, maritimen Akademien, Regierungen und Technologieunternehmen. Neue Fähigkeiten sollten auf der Grundlage realer praktischer Bedürfnisse entwickelt werden, und innovative Technologien sollten an aktiven Schiffen getestet und bewertet werden.
Zypern wurde als erfolgreiches Beispiel für angemessene Politik in diesem Bereich genannt. Der maritime Rahmen dieses Landes hat das Schiffsmanagement seit langem als eigenständige wirtschaftliche Aktivität anerkannt und zur Schaffung eines Ökosystems beigetragen, in dem Eigentümer, Manager, maritime Dienstleistungen, Forschung und Technologie koexistieren können.
Schließlich stellte Haji-Petrou fest, dass das Hauptproblem Europas nicht der Mangel an Ideen ist, sondern die mangelnde Bereitschaft, in Menschen, Technologie und Managementfähigkeiten zu investieren, die erforderlich sind, damit diese Ideen in praktische Realität umgesetzt werden können. Das Schiffsmanagement sollte als strategische maritime Fähigkeit betrachtet werden, die es wert ist, erhalten zu werden.
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