Deutschland hat die strengen Anforderungen, die für die Anstellung von Schiffsbesatzungen gelten, gelockert. Nach einer Änderung der "Verordnung zur Sicherstellung der Schifffahrtssicherheit" können Schiffsbesitzer jetzt Kapitäne und Offiziere außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums einstellen, vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen werden erfüllt.
Neue Einstellungsbedingungen
Nach den neuen Vorschriften können Schiffe unter deutscher Flagge, die zuvor grundsätzlich einen EU/EWR-Staatsangehörigen als Kapitän benötigten, jetzt auch Kapitäne und Offiziere außerhalb der EU einstellen. Für Schiffe mit einer Kapazität von 8000 Tonnen und mehr bleibt jedoch die Anwesenheit eines Offiziers aus der EU/EWR weiterhin erforderlich.
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Diese Änderung wurde speziell vorgenommen, um dem Mangel an maritimen Offizieren entgegenzuwirken und die deutsche Flagge international wettbewerbsfähiger zu machen. Schiffsbesitzer müssen nachweisen, dass kein geeigneter Kandidat aus der EU verfügbar ist und dass sie das Personal nicht intern aufstocken können. Zudem müssen sie für jeden Offizier aus der EU/EWR, der ersetzt wird, zwei Ausbildungsplätze im maritimen Bereich schaffen.
Dauer der Genehmigung und zusätzliche Bedingungen
Die Genehmigung wird an Reedereien und nicht an einzelne Schiffe erteilt. Diese Genehmigung wird zunächst für sechs Monate erteilt und kann bei Schaffung der erforderlichen Ausbildungsplätze um bis zu fünf Jahre verlängert werden. Offiziere aus Drittstaaten, die über ein EU-Zertifikat verfügen, haben einen einfacheren Genehmigungsweg und benötigen lediglich eine deutsche Genehmigung sowie die Absolvierung eines Kurses über deutsches Seerecht.
Derzeit umfasst die deutsche Flagge fast 395 Handelsschiffe mit einer Kapazität von 100 Tonnen und mehr, und die deutsche Handelsflotte umfasst über 1400 Schiffe. Der Verband der deutschen Reeder hatte zuvor auf das Ausmaß der Flaggenverlagerung ins Ausland durch inländische Eigentümer hingewiesen. Daher reagieren diese Vorschriften gleichzeitig auf zwei Probleme: den Zugang zu einer wachsenden internationalen Quelle von Offizieren und den langwierigen Versuch, deutsche Eigentümer davon zu überzeugen, ihre Schiffe unter der nationalen Flagge zu halten.
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